KÜNSTLERGilberto Gil
Gilberto Gil begann seine Karriere in den 1950er-Jahren mit dem Akkordeon und wurde dabei von Luiz Gonzaga inspiriert. Später gehörten João Gilberto, Bossa Nova und Dorival Caymmi zu seinen musikalischen Einflüssen. Schon früh spiegelten seine Lieder Brasilien wider. 1963 lernte er Caetano Veloso kennen und begann mit ihm eine Zusammenarbeit im Umfeld der Tropicália, einer Bewegung, die brasilianische Musik, Film, bildende Kunst, Theater und weitere Kunstformen aufgriff und international bekannt machte. Die Bewegung stieß bei der damaligen Diktatur auf Widerstand; die beiden Partner wurden ins Exil gezwungen.
Während seines Aufenthalts in London wurde Gil von den Beatles, Jimi Hendrix und der Popwelt beeinflusst. Nach seiner Rückkehr nach Brasilien setzte er seine Tonträgerproduktion fort, die laut Biografie bis heute andauert: insgesamt fast 60 Alben, rund 4 Millionen verkaufte Exemplare und 9 Grammys. 1999 ernannte ihn die UNESCO zum Künstler für den Frieden; 2002 wurde er Brasiliens Kulturminister. Zu den weiteren genannten Auszeichnungen zählen seine Ernennung zum FAO-Botschafter, die französische Légion d’honneur und der schwedische Polar Music Prize. 2021 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Berklee University und wurde als Mitglied in die Brasilianische Akademie der Literatur aufgenommen, wo er den Sitz Nummer 20 einnahm.