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Zur Eröffnung unserer *In the Round*-Reihe im Juni präsentiert ICA in Zusammenarbeit mit Bird on the Wire Jenny Hval. Unterstützung von Rosie Turton und Miryam Solomon. Iris Silver Mist, das neue Album der norwegischen Musikerin, Autorin und Künstlerin Jenny Hval, ist nicht nach einem Lied, sondern nach einem Duft benannt. Das gleichnamige Parfüm wurde von der Nase Maurice Roucel für das französische Parfümhaus Serge Lutens kreiert und soll eher nach Stahl als nach Silber riechen. Es ist kalt und prickelnd, weich und schimmernd, als würde man an einem frühen, nebligen Morgen nach draußen gehen, der Körper ist noch warm vom Schlaf. Für Jenny riecht Iris Silver Mist wie die Nähe zu Geistern. „Eine Blume, die eine Wurzel ist, die gestorben, wiederauferstanden und fein gerieben ist.“ Mit anderen Worten: Das Album begann nicht mit der Musik, sondern mit deren Abwesenheit. Während der Pandemie, als Konzerte abgesagt wurden, verschwand die physische Präsenz der Musik zusammen mit den Körpern, die ihr zuhörten. Der Geruch von Zigaretten, Seife und Schweiß von warmen Bühnenlichtern und Gemeinschaftsbädern wurde durch unphysisches, algorithmisches Zuhören zu Hause ersetzt. Plötzlich und zum ersten Mal seit ihrer Teenagerzeit interessierte sich Jenny zunehmend für Parfüme. Riechen, lesen, sammeln, schreiben – sie vertiefte sich in den Duft, während ihre Musik auf Eis gelegt wurde. Sie brauchte ein Jahr, um zu verstehen, was vor sich ging, bis sie es endlich verstand: Sie suchte nach einer anderen Möglichkeit, körperliche Intimität zu spüren. Wo sich die Musik in eine Leere verwandelt hatte, füllte sie diese mit Duft.