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14 Jahre sind seit dem „Geständnis eines ehemaligen Präsidenten, der sein Land an den Rand einer Krise brachte“ vergangen und Davide Carnevali hat beschlossen, seinen Text aus dem Jahr 2012 in dieser neuen Inszenierung neu zu schreiben und anzupassen. In „Der Präsident“ verschwimmt die Grenze zwischen Beichte, Propaganda und Unterhaltung immer weiter und löst beim Publikum ein Kaleidoskop an Empfindungen aus: Zuhören, Faszination und Misstrauen. Filippo Nigro spielt nicht nur einen ehemaligen politischen Führer, er spielt den Konsensmechanismus selbst. Jeder Satz scheint kalibriert, jede Pause durchdacht, jede Fragilität zum richtigen Zeitpunkt als Teil der Strategie zur Schau gestellt. Die Beziehung zwischen dem Anführer und seinen Zuschauern ist eng. Oft bleiben die Lichter an, das Publikum wird zu Menschen, es wird in den politischen Diskurs hineingezogen und muss erkennen, wie leicht es ist, sich von denen verführen zu lassen, die gut sprechen können, von denen, die es schaffen, Rhetorik in Intimität zu verwandeln.